Elektroboote - alles Wissenswerte

Elektroboote - alles Wissenswerte

Was gibt es beim Kauf eines Elektromotors zu beachten? Elektromotoren bedienen sich modernster Technik. Wir geben Ihnen einen Überblick zu den wichtigsten Themen rund um Ihr Boot. Bevor es ans Eingemachte geht, fangen wir mit ein paar kurzen Informationen zu Bootstypen und Rumpfformen an.

  • Fahrtdauer und Batterie

  • Geschwindigkeit

  • Stromverbrauch

  • Leistung eines Elektromotors

Rumpfformen bei Booten

Grundsätzlich wird bei Bootsrümpfen Verdränger und Gleiter unterschieden. Ein Verdränger ist ein Boot welches permanent genau so viel Wasser verdrängt, wie es wiegt. Kein Verdränger kann die Rumpfgeschwindigkeit überschreiten, also mit dem Heck die vom Bug erzeugte Welle überholen.

Rumpfformen bei Booten

Im Ruhezustand und bei langsamer Geschwindigkeit ist jedes Boot ein Verdränger. Ein Gleiter hebt dank der Rumpfform bei zunehmender Geschwindigkeit aus dem Wasser. Ideal ist ein glatter, langgestreckter Rumpf und ein breites Heck von Vorteil. Die wird die Rumpfgeschwindigkeit weit überschritten, da nach dem Herausheben aus dem Wasser auch der Wasserwiderstand wegfällt.

Leistung Ihres Elektromotors

Wie viel Leistung braucht mein Boot?

Das Gewicht Ihres Bootes (Verdrängung) ist für die Auslegung des E-Motors entscheidend. Kurzum: Je schwerer Ihr Boot ist, desto mehr Leistung benötigt Ihr Motor. Wichtig ist, dass Sie auch auf eine schlechte Wetterlage eingestellt sind. Heftige Strömung und starker Wellengang sollten für Sie kein Problem darstellen.

Wie viel Leistung braucht mein Boot?

Wie schwer ist mein Boot?

Falls es Ihnen schwer fällt das Gewicht des Bootes genau einzuschätzen, gehen Sie am besten vom „schwersten Fall“ aus. Also kalkulieren Sie Personen und Zuladung mit ein. Geben Sie das Gewicht zur Sicherheit etwas höher an, um auf jeden Fall eine gute Manövrierbarkeit und Marschgeschwindigkeit mit Ihrem Boot zu erreichen.

Ermittlung der Leistung

Bei einem Verdränger gehen wir von 2kW pro Tonne Bootsgewicht aus. Sie multiplizieren als das Gewicht des Bootes (in Tonnen) mal 2 und erhalten die entsprechende Leistung. Pro Person kalkulieren wir in der Regel mit 75kg und rechnen für die weitere Ladung pauschal mit weiteren 50kg.

Ein Beispiel zur Berechnung

Das Leergewicht des Bootes auf dem Bild unten beträgt 1.000 kg. In unserem Fall fahren wir maximal mit 2 Erwachsenen und rechnen weitere 50 kg für ein Kleinkind, Essen, Getränke und Anker mit ein. Insgesamt beträgt das Bootsgewicht 1.200 kg. Mit dem Faktor 2 multipliziert erhalten wir nötige Motorleistung von 2,4 kW für unseren Elektro-Außenborder.

Bootsführerschein ab 7,5 kW nötig

Wenn Sie einen Bootsführerschein haben, können Sie den Absatz ohne Probleme überspringen. Wenn nicht, sollten Sie sich an den Richtwert von maximal 15 PS halten, mit den Sie Führerscheinfrei fahren können.

Seit dem 01.01.2023 gilt eine maximale elektrische Leistung von 7,5 kW (rund 10 PS) für die führerscheinfreie Fahrt. Ein Elektromotor mit 11 kW (~15 PS) bedarf eines Führerscheins!

Welche Motoren passen?

Je nach Leistung sind unterschiedliche Hersteller für Sie relevant. In dem Beispiel von oben würden beispielsweise ein Heckmotor von Minn Kota oder ein Außenborder von Torqeedo sehr gut passen. Um jedoch alle der mehr als 20 verschiedenen Hersteller miteinander zu vergleichen, empfehlen wir unseren Produktfinder zu nutzen!

Leistung bei Gleitbooten

Ein Gleitboot ist in der Lage bei zunehmender Geschwindigkeit aus dem Wasser zu heben und zu gleiten. Dabei wird die Rumpfgeschwindigkeit weit überschritten. Zum Gleiten wird eine deutlich höhere Motorleistung benötigt. In unserem digitalen Berater berechnen wir Ihnen eine ungefähre Motorleistung für Ihr Gleitboot.

Leistung bei Gleitbooten

Verbrennungsmotor vs. Elektromotor

Sie hatten bisher einen Verbrenner? Brauche ich einen stärkeren Motor? Keine Sorge: E-Motoren sind gerade in niedrigeren Drehzahlen effizienter und meist leistungsfähiger. Je nach E-Motor ist sogar eine stufenlose Geschwindigkeitsregulierung verfügbar.


Sie können eine ähnlich Leistung für den E-Motor kalkulieren. Vorab empfehlen wir Ihnen die Nutzung unserer digitalen Beratung. Oft werden Verbrennungsmotoren überdimensioniert und Sie geben zu viel Geld beim Kauf aus.


Alle Informationen zum Elektromotor und der benötigten Leistung bekommen? Weiter geht es mit der Geschwindigkeit und anschließend mit dem Stromverbrauch. Lohnt es sich mit einem Elektromotor zu fahren oder nicht?!

Geschwindigkeit

Wie schnell kann ich mit meinem Elektromotor fahren? Hat dieser eine geringere Schubkraft als mein Verbrenner? Wir klären Sie über den Mythos Geschwindigkeit auf:

Wovon hängt die Geschwindigkeit ab?

Die Geschwindigkeit hängt von Ihrem individuellen Boot und viel weniger vom Motor ab als Sie denken! Es ist also egal, ob Sie einen Verbrenner oder einen sauberen E-Motor an Bord haben. Ein Elektromotor bringt ein Gleitboot mit entsprechender Leistung auf die gleiche Geschwindigkeit, wie es ein Verbrennungsmotor mit gleicher Nennleistung tun würde.


Wenn Sie ein Boot mit einer zum Gleiten geeigneten Rumpfform haben und einen ausreichend leistungsstarken Motor montiert haben, können Sie selbstverständlich auch Gleitfahrt mit Ihrem Boot erreichen. Sie sollten jedoch nicht vergessen: Bei hohen Geschwindigkeiten ist der Energiebedarf ebenfalls sehr hoch, doch dazu später mehr.

Wasserlinienlänge Ihres Bootes

Was ist die Wasserlinienlänge und wofür wird diese benötigt? Mit der Wasserlinienlänge können Sie eine ungefähre Aussage zur erwartbaren Geschwindigkeit Ihres Bootes geben. Je größer diese ist, desto höher ist auch die Rumpfgeschwindigkeit Ihres Bootes.


Diese Angabe ist für Sie grundlegend interessant, spielt bei der Auswahl des Motors jedoch nur eine nebensächliche Rolle. Bei Gleitbooten ist die Wasserlinienlänge für die Berechnung der Mindestleistung wichtig! Zu dem Spezialfall Gleitboot können Sie hier mehr lesen.

Geschwindigkeit bei Gleitbooten

Der Übergang zur Gleitfahrt findet bei ca. dem 2,8-fachen der Rumpfgeschwindigkeit statt, was natürlich je nach Boot unterschiedlich ist. Daher kommen Boote mit einer geringeren Rumpfgeschwindigkeit auch schneller in den Gleitmodus.

Geschwindigkeit bei Gleitbooten

Die maximale Geschwindigkeit eines Gleiters ist durch der Antriebsleistung und den Luftwiderstand begrenzt. Dieser steigt bei zunehmender Geschwindigkeit weiter an und führt irgendwann dazu, dass der Bootsrumpf abhebt. Das Boot verliert den Kontakt zum Wasser, was auf jeden Fall vermieden werden sollte.

Durchbruch der Schallmauer

Der Übergang des Verdrängers zur Gleitfahrt kann mit dem Durchbrechen der Schallmauer bei einem Flugzeug verglichen werden. Beim Boot überholt das Heck die eigene Bugwelle. Ähnlich ist es beim Flugzeug. Im Flug durchbricht es die selbst hervorgerufene Schallwelle.

Mischung aus Verdränger und Gleiter

Außerdem wären da noch die Rümpfe der Halbgleiter. Halbgleiter sind in der Lage auf ihre Bugwelle „aufzufahren“ und sie teilweise zu überholen. So können sie höhere Geschwindigkeiten von dem 2- bis 2,5-fachen der Rumpfgeschwindigkeit erreichen.


Sie können jedoch nicht vollständig in Gleitfahrt übergehen. Die Idee hinter dem Konzept der Halbgleiterrümpfe ist, dass höhere Geschwindigkeiten bei gleichem Energieeinsatz erreicht werden.

Schneller als die Polizei erlaubt

Der aktuelle Weltrekord für das schnellste Elektroboot liegt bei 142,6 km/h. Die Geschwindigkeit ist mit einem speziell dafür umgebauten Boot auf einer Teststrecke erreicht worden. Aber es werden auch schon serienmäßig Elektroboote produziert, die fast 50 Knoten, also 92,6 km/h, erreichen können.


Wie Sie sehen, können Sie auch mit einem Elektromotor schneller fahren, als die Polizei erlaubt. Für längere Bootstouren empfiehlt sich jedoch eine moderate Geschwindigkeit. Daneben gelten natürlich auch noch die Geschwindigkeitsvorgaben auf den Gewässern, die wir selbstverständlich empfehlen einzuhalten.

Stromverbrauch

Um die Geschwindigkeit zu verdoppeln, wird circa die achtfache Leistung benötigt. Aus diesem Grund empfiehlt es sich gerade bei Elektromotoren auf eine ökonomische Geschwindigkeit zu achten, damit eine längere Fahrzeit erreicht wird. Meist liegt diese sogar über der Geschwindigkeitsbegrenzung.

Abhängig von der Rumpfform

Der Stromverbrauch ist unter anderem abhängig von der Rumpfform. Unterschieden wird in Verdrängerfahrt, Halbgleiter und Gleiter. In Verdrängerfahrt wird am wenigsten Strom benötigt. Bei Hausbooten kann hier bereits autark gefahren werden.

Beispiel für die Berechnung

0,5 kW pro Tonne Bootsgewicht reichen oft aus, um ein Boot auf 70 % der Rumpfgeschwindigkeit zu bringen. Bis zu ca. 80% der Rumpfgeschwindigkeit ist der Strombedarf relativ gering. Darüber hinaus steigt der Verbrauch deutlich.

Exponentieller Verbrauch

Wenn Sie den Gashebel über die 80% der Rumpfgeschwindigkeit aufdrehen, wird Ihr Verdrängerboot nur unwesentlich schneller, verbraucht aber exponentiell mehr Strom. Wenn Sie ein Gleitboot haben, dann sollten Sie entweder in Verdrängerfahrt oder Gleitfahrt fahren. Die Halbgleiterfahrt ist sehr unökonomisch.

Berechnung

Was bedeutet exponentiell? Zur Verdopplung der Geschwindigkeit, wird die dritte Potenz benötigt. Rechnung: 2x2x2 = 8. Um von 10 km/h auf 20 km/h zu beschleunigen, wird 8 mal so viel Energie verbraucht.


Das Prinzip ist bei Verbrennern und Elektromotoren gleich, von daher sollte beim Verbrenner auf genügend Treibstoff und bei dem E-Motor auf eine ausreichend große Batterie geachtet werden.

Was passiert bei Halbgleiterfahrt?

Wenn Ihr Boot nicht zum Gleiten geeignet ist oder die Motorleistung nicht ausreicht, können Sie die Bugwelle nicht überwinden und schieben diese vor sich her. Vor dem Boot türmt sich eine hohe Bugwelle auf und bietet großen Widerstand. Dabei geht sehr viel Energie verloren und Ihr Boot wird nur unwesentlich schneller.

Stromverbrauch bei Halbgleitern

Der Stromverbrauch steigt auch stark an und Reichweite/Fahrtzeit sinken extrem. Zusätzlich werden Motor und Batteriesystem stark belastet. Das kann die Langlebigkeit einschränken. Zusätzlich stören Sie mit einer großen Welle andere Bootsfahrer und Wassersportler und können Uferbefestigung beschädigen.

Fahrtdauer und Kapazität

Die maximale Fahrtdauer hängt von der Kapazität der Batterie ab. Je länger Sie fahren wollen, desto mehr Energie benötigen Sie. Mit einer leeren Batterie können Sie sich nur von anderen Booten in den nächsten Hafen ziehen lassen.

Fahrtdauer und Kapazität

Um aus eigener Erfahrung zu sprechen: die meisten Bootsbesitzer sind sehr hilfsbereit und helfen gern. Vorsichtshalber kann ein langes Seil an Bord nicht schaden. Jedoch muss auch erstmal ein Boot in der Nähe sein. Von daher: Besser zu viel Kapazität als zu wenig.

Berechnung der Kapazität

Die Fahrtzeit kommt auf Ihre Fahrweise an! Für den maximalen Verbrauch multiplizieren Sie die Leistung Ihres Motors mit der Fahrtzeit. Bei 4 kW und 2 Stunden Fahrt, müssten Sie eine 8kWh Batterie an Bord haben.


Achtung: Sie fahren meist nicht direkt mit voller Kraft über den See. Normalerweise fahren Sie mit ökonomischer Geschwindigkeit. (Auch hier: Ausnahmen bestätigen die Regel)

Ökonomische Geschwindigkeit

Was ist die ökonomische Geschwindigkeit? Diese ist effizienter und energiesparender. Sie beträgt rund 70% der maximalen Geschwindigkeit. Meist ist die Geschwindigkeit trotzdem noch deutlich schneller, als den meisten Wasserwegen und Gewässern in Deutschland erlaubt ist.

Ökonomische Geschwindigkeit

Wie lang fährt mein Bootsmotor elektro

Oft wird bei einem Tagesausflug von ~8 Stunden nicht die ganze Batterie leer gemacht. Meist nimmt wird während der Tour geankert um etwas Sonne zu tanken oder Baden zu gehen. Denken Sie also daran immer die maximale Fahrzeit zu berücksichtigen. Die Batterie ist hier das A und O.

Effektive Kapazität

Wir kalkulieren bei der Berechnung immer die effektive Kapazität. Das ist die Energie, die tatsächlich aus dem Batteriesystem entnommen werden darf. Bei der Angabe der Fahrzeit empfehlen wir daher mit etwas Sicherheit zu planen.


In unseren Eingaben berechnen wir Ihnen die nötige Kapazität.

Optimale Routenplanung

Gerade bei einer längeren Tour werden Sie so nicht unangenehm überrascht. Ein weiterer Tipp: Es ist hilfreich ihre geplanten Routen entlang von Häfen oder Anlegestellen mit Stromversorgung zu legen. Es macht natürlich einen gewaltigen Unterschied, ob Sie mit Ihrem Boot gemütlich und entspannt oder aber auch halbwegs zügig fahren möchten.

Optimale Routenplanung

Außerdem hat es Auswirkungen, ob Sie in Verdrängerfahrt fahren oder ein Boot besitzen, mit dem Sie Gleitfahrt erreichen können und möchten. In erster Linie hängt dies individuell von Ihrem Boot, vor allem der Rumpfform ab, aber sekundär spielt die Motorleistung eine sehr große Rolle.


Wenn Ihr Boot nicht genügend Motorleistung hat, kann es keine Gleitfahrt erreichen. Die benötigte Leistung ist dabei um ein Vielfaches höher, als es zur normalen Verdrängerfahrt und einer guten Manövrierbarkeit bedarf.

Elektrischer Hilfsmotor

Anstatt einen reinen Antriebsmotor an Bord zu haben, nutzen viele einen Elektromotor für kurze Strecken und bei ökonomischer Fahrweise.


Wenn Sie den Elektroantrieb also nur als Hilfsmotor einsetzen, benötigen Sie weniger Leistung. Das trifft oft zu, wenn Sie nur aus dem Hafen fahren möchten oder generell nur kurzzeitig unterwegs sind. Dabei reicht ein Motor mit niedrigerer Motorleistung aus, beispielsweise rund 1kW pro Tonne Bootsgewicht.

Vorteile eines optimalen Elektromotors fürs Boot

Mit einem Motor mit geringerer Leistung können Sie Geld sparen und erhalten trotzdem den für Sie passenden Elektroantrieb. Gerade bei Segelbooten kann dies der Fall sein, um vom Steg auf den See zu fahren. Anschließend trägt Sie der Wind über den See. Bei Flaute können Sie immer noch auf den E-Motor zurückgreifen und wieder zur Anlegestelle fahren.

Wie oft fahren Sie mit dem Elektromotor?

Je nachdem wie oft Sie fahren, hat Einfluss darauf, welche Batterieart wir Ihnen empfehlen. Bei häufiger Verwendung sind Lithium-Ionen-Batterie die geeignetste Batterieart. Das liegt hauptsächlich an der Langlebigkeit. Lithium-Batterien sind deutlich leichter und daher bei Gleitbooten die beste Wahl.


Bei kleineren bis mittelgroßen Batteriesystemen und bei einer normalen Fahrhäufigkeit empfehlen wir meist AGM-Batterien. AGM-Batterien sind deutlich kostengünstiger. Außerdem haben sie ein geringeres Gewicht. Einen detaillierten Vergleich der Batteriearten finden jedoch in Kapitel 3 des Ratgebers.

Wie oft fahren Sie mit dem Elektromotor?

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